Zistensänger und Goldruten

16.10.25 | Aktuelles

Im Sommer erwacht in den Flachmooren neues Leben – so auch im Inner Sack des Naturschutzgebiets Frauenwinkel. Wir haben zwei Neuigkeiten mit Grund zur Freude zusammengestellt.

Der Inner Sack – Teil des national bedeutenden Flachmoors Frauenwinkel – beherbergt zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die einen sind natürlicher Bestandteil dieses einzigartigen Lebensraumes, andere gehören nicht hierher. Dennoch können wir über zwei erfreuliche Neuigkeiten berichten.

Freude um den Zistensänger

Im Frauenwinkel wurde der Zistensänger bereits in den Jahren 1975, 2015 und 2021 festgestellt. Nun gelang Mitte Juni dieses Sommers ein erneuter Nachweis des schwer zu entdeckenden Vogels. Das eine Individuum verriet seine Anwesenheit durch sein monoton wiederholtes «dzip…. dzip…. dzip…. dzip….».

Der Zistensänger ist ein Standvogel mit einem sehr grossen Verbreitungsgebiet; in der Schweiz gibt es jedoch nur wenige Beobachtungen und dokumentierte Bruten. Umso erfreulicher, dass dieses Jahr besonders viele Nachweise des Zistensängers gelangen. In der Region rund um den Zürichsee wurde die Art nicht nur im Inner Sack, sondern auch im Nuoler Ried, dem Kaltbrunner Riet, beim Pfäffikersee und dem Neeracherried gesichtet. Ob es sich dabei teils um das selbe Individuum handelt, bleibt unklar.

Zistensänger (Symbolbild, links, Imran Shah),
… effektiv gegen die Goldruten

Im Gegensatz zum Zistensänger sind die Goldruten im Inner Sack nicht erwünscht. Der invasive Neophyt bildet ohne Gegenmassnahmen grossflächige, dichte Bestände aus, zunehmend auch in den immer trockener werdenden Flachmooren. Die Ausbreitung gefährdet die typische Flachmoorvegetation und die damit verbundene Biodiversität. Im Inner Sack beauftragte der Kanton Schwyz das in Tuggen ansässige Büro für ökologische Optimierungen mit der jährlich wiederkehrenden Neophytenbekämpfung. Ziel ist das Dezimieren der Goldrutenbestände.

Aufgrund der limitierenden personellen Ressourcen wurden in den letzten Jahren die Methoden «Ausreissen» und «Mähen» kombiniert – nicht so dieses Jahr. Im vergangenen Sommer konnte der komplette Inner Sack manuell bekämpft werden, was zwar arbeitsintensiver aber effektiver ist. Ausschlaggebend dafür war die gute Personalsituation, bestehend aus Einsatzleitern, Zivildienstleistenden und zahlreichen Asylbewerbern. Hoffentlich macht sich die diesjährige Neuerung bereits im nächsten Jahr bemerkbar.

Goldruten

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