Neophytenvorkommen in Naturschutzgebieten ist rückläufig

27.01.25 | Aktuelles

Im Auftrag des Kanton Schwyz fanden im Jahr 2024 in den Naturschutzgebieten Frauenwinkel, Nuoler Ried und Bätzimatt erneut Kartierungen der Neophyten statt. Die daraus gewonnen Daten zeichnen einen deutlichen Rückgang des Befalls ab und bestätigen die Wirksamkeit der konsequenten Bekämpfung. 


Bereits 2021 wurden die Neophyten in den Naturschutzgebieten Frauenwinkel, Nuoler Ried und Bätzimatt durch das Büro für ökologische Optimierungen kartiert und seither jährlich bekämpft. Für das Jahr 2024 gab der Kanton Schwyz zur Erfolgskontrolle eine weitere flächendeckende Kartierung in Auftrag. Dazu wurde für jedes Feuchtgebiet eine regelmässig angelegte, digitale Orientierungslinie (Transekte) abgelaufen und vorhandene Befallsherde in einem Geoinformationssystem dokumentiert. Die Kartierungen fanden unter Berücksichtigung der Brutvogelschonzeit statt.

Für die Neophyten Erfolgskontrolle 2024 wurden regelmässig angelegte Transekten abgelaufen und die Daten mit einem Geoinformationssystem erfasst.
Naturschutzgebiete im Fokus

Das Neophyten-Regulierungskonzept des Kantons Schwyz schreibt der Neophytenbekämpfung in Naturschutzgebieten eine hohe Priorität zu. Für die grosse Mehrheit der Neophyten soll hier die Weiterverbreitung verhindert und die Bestände dezimiert werden. Insbesondere die Goldrute macht grosse Probleme. Diese Neophytenart breitet sich im Kanton Schwyz zunehmend aus und verdrängt ohne Gegenmassnahmen die typische Vegetation, insbesondere in wertvollen Feuchtstandorten wie Flach- und Hochmoore. 

Die Goldrute breitet sich ohne konsequente Bekämpfung zunehmend in Naturschutzgebieten aus, wo sie die typische Flachmoorvegetation verdrängt. Das Bild stammt aus dem Nuoler Ried.
Bekämpfung zeigt Wirkung

Die Ergebnisse aus der diesjährigen Kartierung zeigen, bezogen auf die Hauptarten Goldrute und Berufkraut, eine deutliche Abnahme der Bestände. Das Gebiet der Bätzimatt sticht dabei besonders heraus. Der befallene Flächenanteil nahm hier, verglichen mit 2021, um 35 % ab, was fast ausschliesslich mit der Schwächung der Goldrute zusammenhängt. Im Pfäffiker Ried nahm der befallene Flächenanteil durch Goldruten um 66 % ab, ein ebenfalls eindrückliches Ergebnis. Einzig im Nuoler Ried ist ein leichter Anstieg der Befallsherde zu verzeichnen, welcher zum grössten Teil auf die Zunahme der schwer zu bekämpfenden Armenischen Brombeere zurückzuführen ist. Nicht nur die befallenen Flächen konnten reduziert werden, auch die Anzahl Einzelpflanzen pro Befallsherd ist rückläufig.

Fazit

Die Kartierung 2024 zeigt eindrücklich auf, dass die Neophytenbekämpfung 2021 bis 2023 eine erfreuliche und gewünschte Wirkung erbracht hat. Die bestehenden Bestände konnten geschwächt und somit reduziert werden. Für die kommenden Jahre gilt es nun dranzubleiben, um den positiven Trend zu stärken und langfristig die wertvollen und streng geschützten Moorlandschaften zu erhalten.

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