Nach 25 Jahren als Geschäftsführer der Stiftung Frauenwinkel tritt Res Knobel von seiner Funktion zurück. Er hat mit seinem Wirken den Frauenwinkel nachhaltig geprägt.
Als Res Knobel seine Arbeit für den Frauenwinkel aufnahm, war die Ausgangslage anspruchsvoll. Unterschiedliche Interessen trafen aufeinander, wertvolle Lebensräume standen unter Druck und für viele der heutigen Naturschutzmassnahmen mussten erst die Grundlagen geschaffen werden. Mit grosser Fachkenntnis, Beharrlichkeit, Verhandlungsgeschick und Weitsicht verstand es Res Knobel, die bestehenden, gesetzlichen Instrumente gezielt zu nutzen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Ein entscheidender Meilenstein war die Ausarbeitung der Schutzverordnung des Frauenwinkels. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit den Partnern aus dem damaligen Masterplanungsprozess unter der Leitung von Regierungsrat Dr. Friedrich Huwyler†. Aus diesem Prozess entstand die Stiftung Frauenwinkel, die bis heute eine zentrale Rolle für den Schutz und die Aufwertung dieses einzigartigen Naturraums spielt. Mit der Gründung der Stiftung wurden nicht nur finanzielle Mittel gesichert, sondern auch die langfristigen Voraussetzungen geschaffen, um wichtige Naturschutzprojekte umzusetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Besucherlenkung vom Holzsteg in Hurden bis zum Bahnhof Pfäffikon. Die Eröffnung des Holzstegs auf dem Jakobsweg führte zu einem starken Anstieg der Besucherzahlen. Res Knobel erkannte früh die Herausforderungen, die damit für Natur und Landschaft verbunden waren. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern entwickelte er ein Besucherlenkungskonzept, welches das Dorf Hurden und die störungsempfindlichen Bereiche des Naturschutzgebietes vom Ansturm der Spaziergänger entlastete.
Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Projekte realisiert, die den Frauenwinkel ökologisch nachhaltig aufwerteten. Dazu gehören die Schaffung neuer Flachwasserzonen im Üsser Sack, die Renaturierung von Seeufern, die ökologische Aufwertung der Ochsner Banane, und die Kiebitzförderung.
Als Meisterleistung seiner langjährigen Tätigkeit ist die umfassende Umgestaltung des Pfäffiker Rieds zu erwähnen. Mit grossem planerischem und organisatorischem Aufwand konnten dort Renaturierungen von Bachläufen, neue Flachufer mit Schilflebensräumen dank dem Bau eines Wellenbrechers sowie weitere wertvolle Strukturen geschaffen werden. Das Projekt gilt weit über die Region hinaus als beispielhafte Naturschutzarbeit.




Was nach aussen als sichtbare Massnahmen im Gelände wahrgenommen wird, beruhte gleichzeitig auf unzähligen Stunden Arbeit im Hintergrund. Projektentwicklung, Verhandlungen mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern, Finanzbeschaffung, Protokollführung, Berichterstattung und die Ausarbeitung von Projekten gehörten ebenso zu seinem Aufgabenbereich. Viele Erfolge der Stiftung wären ohne dieses langjährige Engagement und die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Stiftungsrat und seiner Präsidentin Christa Glauser nicht möglich gewesen.
Im Namen des Stiftungsrates und der Geschäftsstelle danke ich Res Knobel herzlich für seinen ausserordentlichen Einsatz, seine Ausdauer und seine grosse Verbundenheit mit dem Frauenwinkel. Sein Wirken hat die Entwicklung dieses einzigartigen Naturraums am Zürichsee entscheidend geprägt und wird noch lange sichtbar bleiben.
Mit seinem Rücktritt als Geschäftsführer endet zwar ein bedeutendes Kapitel, sein Engagement für den Frauenwinkel bleibt jedoch bestehen. Als neues Mitglied des Stiftungsrates wird Res Knobel die Stiftung weiterhin begleiten und seine über Jahrzehnte aufgebaute Erfahrung in die strategische Weiterentwicklung einbringen.
Ich freue mich sehr, als Nachfolger von Res Knobel die begonnenen und geplanten Arbeiten und Projekte weiterzuführen. Mit neuen Ideen und Projekten möchte ich dazu beitragen, den Frauenwinkel nachhaltig weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu stärken.
Urs Fuchs
Geschäftsführer, Stiftung Frauenwinkel

