Stiftung Frauenwinkel

2018

2018: Dürre setzt den Kiebitzen zu

Die Brutsaison 2018 ist abgeschlossen und es kann Bilanz gezogen werden. Es kam dieses Jahr zu zahlreichen Verlusten bei den Kiebitzküken der Erstbruten. Der Hauptgrund dafür war vermutlich die Dürre und der damit verbundene Nahrungsmangel. Dass Kiebitze jedoch ein zweites Mal brüten können, wenn sie die Eier oder die Jungen früh verlieren und die Bedingungen stimmen, sorgte zwischenzeitlich für Hoffnung. Während die Anzahl Brutpaare auch dieses Jahr wieder angestiegen ist, war die Anzahl flügge gewordener Jungvögel im Vergleich zum Vorjahr gering.

Spenden gehen direkt ans Kiebitzprojekt: IBAN CH12 0077 7004 7425 5454 9, Stiftung Frauenwinkel, 8856 Tuggen


Der Kiebitz als Wattvogel ist auf feuchte Standorte angewiesen. An diesen gelangt er an seine Nahrung  vorwieglich Insektenlarven, Würmer, Spinnen und andere Wirbellose.

Brutpaare und Nester

In den beiden Projektgebieten Nuoler Ried und Frauenwinkel brüteten dieses Jahr je 20 Kiebitz-Paare. Insgesamt wurden 60 Gelege markiert. Bei 20 Gelegen kann davon ausgegangen werden, dass es sich um Nachgelege handelt. Als Vergleich: letztes Jahr wurden insgesamt 34 Gelege markiert und nur drei davon waren Nachgelege.


Jungvogel, der vor einem Bewirtschaftungseinsatz eingefangen und in Sicherheit gebracht wurde.

Einzäunen, beobachten, schützen

Seit Projektstart im Jahr 2013 werden in den beiden Brutgebieten Schutzzäune aufgestellt und alle landwirtschaftlichen Arbeiten auf den von Kiebitzen als Bruthabitat genutzten Flächen begleitet. Mit regelmässigen Beobachtungstouren wird der Brutfortschritt überwacht und die Zäune werden kontrolliert und instandgehalten


Die trockene Erdkrume lässt die Küken verhungern, da sie weder Nahrung noch Wasser finden. An nassen Bodenstellen picken sie normalerweise Insektenlarven aus dem Boden.

Beinahe Totalausfall im Frauenwinkel

Abgesehen von drei Nestern befanden sich dieses Jahr alle Bruten im Frauenwinkel im Ried. Nachdem Mitarbeiter der Stiftung Frauenwinkel Anfang Mai noch zahlreiche Familien mit Jungvögeln gesichtet hatten, nahm deren Zahl innerhalb kürzester Zeit rapide ab. Zudem verlagerte sich die Aktivität der Kiebitze vom Ried auf eine dem Ried angrenzende Wiese. Der letzte Kiebitz wurde im Gebiet am 25. Juni entdeckt. Wir gehen davon aus, dass nur zwei Jungvögel das Erwachsenenalter erreichten.


Vor und während landwirtschaftlichen Einsätzen wurden die Flächen abgesucht, um allfällige Jungvögel zu lokalisieren.

Kleiner Lichtblick im Nuoler Ried

Zum ersten Mal seit Projektstart befanden sich alle Nester im Nuoler Ried im Landwirtschaftsland und keines im angrenzenden Ried. Dies bedeutete, dass alle Bruten stark betreut werden mussten, da sie alle auf intensiv bewirtschafteten Flächen lagen. Dank den zahlreichen Nachgelegen schafften es doch noch insgesamt 16 Jungvögel das Erwachsenenalter zu erreichen. Der letzte flügge gewordene Jungvogel wurde am 16. Juli bei seinen ersten Flugversuchen beobachtet. Die Quote von 0.8 Jungvögel pro Brutpaar entspricht genau der Quote die nötig ist um eine Kiebitzpopulation zu erhalten.


Zum Schutz der Nester und Jungvögel wurden mehr als 5 km Zäune aufgestellt.

Bilanz der Saison 2018 und Ausblick

Die Zahlen sind ernüchternd. Nur 18 Jungvögel schafften es ins Erwachsenenalter. Letztes Jahr waren es bei weniger Brutpaaren deren 60. Dass die Anzahl Brutpaare aber auch dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen ist, macht Hoffnung für die Zukunft. Auch wenn die Brutsaison 2018 im Vergleich zu anderen Jahren eher schlecht verlief und der Tod der kleinen Federbällchen einem schon sehr ans Herz gehen konnte, ist jetzt keinesfalls die Zeit aufzugeben. Populationen unterliegen natürlicherweise Schwankungen und bei langlebigen Arten kann ein schlechtes Jahr in den darauffolgenden kompensiert werden. Es braucht daher weiterhin viel Engagement der Stiftung, des Kantons und der Landwirte, damit die nächsten Jahre die geringe Erfolgsrate von 2018 ausgleichen können. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass sich das Engagement lohnt.


Vor und während landwirtschaftlichen Einsätzen wurden die Flächen abgesucht, um allfällige Jungvögel zu lokalisieren.

Ihr Beitrag zählt

Dank dem unermüdlichen Einsatz der Zivildienstleistenden und Mitarbeiter der Stiftung Frauenwinkel haben es doch noch ein paar Kiebitze bis ins Flüggealter geschafft. Durch die lange Saison und die zeitintensiven Begleitungen landwirtschaftlicher Eingriffe wurde das Projekt sehr teuer dieses Jahr. Damit das Projekt auch nächstes Jahr wieder durchgeführt werden kann, ist die Stiftung auf Ihre Spende angewiesen.

Spenden gehen direkt ans Kiebitzprojekt: IBAN CH12 0077 7004 7425 5454 9, Stiftung Frauenwinkel, 8856 Tuggen.

Herzlichen Dank!


Dieser Jungvogel schaffte es ins Erwachsenenalter. Er ist bereits voll flugfähig.

 

Das Kiebitzförderungsprojekt ist dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen - spenden Sie jetzt!

 

Stiftung Frauenwinkel - aktualisiert 18. Januar 2019

 

 


 

 

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