Stiftung Frauenwinkel

Lebensraum See und Ufer

Ufer

Die Ufer um den Zürichsee sind grösstenteils verbaut. Im Frauenwinkel befindet sich das grösste zusammenhängende Naturufer mit Schilfgürtel und Uferröhricht. Dieses leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Uferzone (Schutz vor Erosion), sondern ist auch ein wichtiger Lebensraum für seltene Vogelarten wie die Zwerg- und die Rohrdommel und Kinderstube für verschiedene Fischarten. Mit dem starken Rückgang der Schilfbestände am Ufer des Zürichsees wuchs sowohl die Sorge um die intakte Landschaft als auch um den Lebensraum «Schilfgürtel» mit all seinen Bewohnern.


Die Zwergdommel bewohnt dicht mit Schilf und Rohrkolben bestandene Ufer von Seen, Teichen oder Altläufen und zeigt sich ihren Beobachtern kaum.

Ursachen für den Rückgang des Schilfgürtels

Für diese katastrophale Entwicklung gibt es verschiedene Ursachen, welche je nach Standort verschieden schwer gewichten. Der Schattenwurf von Ufergehölzen auf das Uferschilf hat einen nachteiligen Einfluss. Der Wellenschlag von Booten, welche schnell parallel zur Uferlinie fahren, bringt das Röhricht zum Absterben.  Liegt zusätzlich noch Schwemmholz im Schilf, so nagt dieses bei jedem Wellenschlag am Schilf und schlägt so grosse Löcher in den Schilfgürtel. Klatschen die Sturmwellen ungebremst ans Ufer wirken sie stark erodierend und die Strömung nimmt dann das abgetragene Material mit. Die zurückbleibenden Klippenufer bieten den nächsten Sturmwellen noch mehr Angriffsfläche und der Landverlust schreitet rasant weiter. Die Stiftung Frauenwinkel wirkt diesem Problem mit verschiedenen Projekten entgegen.


Das Schwemmholz nagt mit jedem Wellenschlag am Uferröhricht.

Der See

Der Zürichsee ist mit einer Oberfläche von 88,4 km2 der drittgrösste, ganz in der Schweiz liegende See. Der Damm von Rapperswil und die Landzunge von Hurden trennen den See in zwei Teile, den Obersee mit 20,25 km2 und den Zürichsee (Untersee) mit 65,06 km2. Der Zürichsee liegt auf dem Gebiet der Kantone Schwyz, St. Gallen und Zürich auf 406 m ü. M.

Der Zürichsee bietet 32 Fischarten Lebenrausm. 25 davon gelten als einheimische Arten während 7 als sogenannte Neozoen eingewandert sind oder ausgesetzt wurden. Nachdem der Fischbestand bis in die siebziger Jahre mengenmässig stark zugenommen hat, hat sich mit der Verbesserung der Wasserqualität die Fangmenge etwas verkleinert. Positiv ist die Verschiebung im Artenspektrum: So hat der Anteil der Felchen wieder markant zugenommen. Auch Fische wie die Laube (Alburnus alburnus), die zeitweise vom Aussterben bedroht war, können sich wieder natürlich vermehren und gelten heute nicht mehr als gefährdet.


Lauben leben in größeren Schwärmen in Seen und langsamen Fließgewässern.

Die Naturverlaichung bleibt ein wichtiges Thema: Die anspruchsvollen Nutzfische werden immer noch grossmehrheitlich in den Fischbrutanstalten grossgezogen. Viele heimische Jungfische brauchen mehr seichte, warme Uferzonen mit Schilf oder buchtige Kiesufer als Kinderstube oder einen naturnahen Aufstieg in die Bäche. Die Stiftung Frauenwinkel, möchte mit der Reanturierung des Sarenbachs bei der ARA Freienbach genau hier unterstützen.

Neben Fischen beheimatet der Zürichsee viele Wasservögel. Brutvögel auf dem See sind Kolben-, Reiher- und Tafelenten. Sehr beliebt ist der Zürichsee auch bei Durchzügern und Wintergästen.


Die Reiherente ist heute im Winter die häufigste Entenart auf unseren Gewässern und hat stark von der Einwanderung der Wandermuschel profitiert, von der sie sich mit Vorliebe ernährt.

Zu letzteren gehören die Kormorane, die im Winter zu Hunderten auf der Insel Lützelau anzutreffen sind – inzwischen brüten auch regelmässig einige Paare am See. Obwohl sich die Kormorane hauptsächlich von Fischen ernähren sind ihre Auswirkungen auf die Fischbestände klein. Einige Schlaumeier haben sich auf das Abfischen der Fischernetze spezialisiert und fügen so den Berufsfischern Schaden zu. Bestandesregulierende Abschüsse im Frauenwinkel vertreiben die Kolonien in Richtung Linthebene, wo sie zum Beispiel im Linthkanal bei den gefährdeten Äschenbeständen wirklich Schaden anrichten können.

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